
THE MOST ATTENTIVE
AND PERCEPTIVE OBSERVER,
AS ANY HUMAN, CAN BE MISLED
AND OVERLOOK AN IMPORTANT FACT.
IT IS HARDLY POSSIBLE,
EVEN WITH THE PUREST INTENTION OF TELLING THE TRUTH,
TO BE TOTALLY FREE OF INACCURACIES.
PHILOSOFIE ALS KUNST ZU LEBEN UND HEILKUNST DER SEELE
VIII. 24. S. 59 – 62
Cicero sagt irgendwo. Die Natur sei die beste Führerin des Lebens. Diese Natur die uns atmen, essen und trinken, Hände und Füße gebrauchen lehrt u.s.w. lehrt uns auch unsre Sinne, unser Gedächtnis, unsern Verstand, alle unsre übrigen Kräfte brauchen. Es bedarf nur so vieler Aufmerksamkeit, als uns jeder Gegenstand selber abnötigt, so sehen oder fühlen wir, ob er Freund oder Feind ist. Wir lernen durch Irren und Fehlen, und werden Meister durch Übung, ohne zu merken wie es zugegangen ist. Und eben diese Natur, die uns so weit bringt, verbirgt immer vor uns was zu weit von uns liegt, als dass wir es, da wo wir sind, erreichen könnten: lehrt uns zufrieden zu sein mit dem was wir haben, und hat uns diese wohltätige Trägheit bloß dazu gegeben, damit wir nicht, vor ewiger Unruhe unsern Zustand zu bessern, aus dem Regen in die Traufe geraten, und es uns nicht alle Augenblicke ergehe wie jenem, der, um sich besser zu befinden, sich zu Tode arzneite, und zur Grabschrift erhielt: Per star megli, sto qui. – Weil ich mich besser befinden wollte, befinde ich mich hier.
