CHRISTOPH MARTIN WIELAND


ALL SUDDEN SHIFTS

IN THE BALANCE OF ONE‘ S POWERS,

ALL TUMULTUOUS RESULTS OF PASSION

IN THE DIRECTION OF

ONE-SIDED KINDS OF IDEAS – DESTROY

SO MUCH THAT IS GOOD.

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DANISCHMEND

III. 8. S. 120 – 121
nicht übersetzter Text

Man wundert sich oft, wie es komme, daß die Vereinigten Kräfte der Weisen und Tugendhaften die Welt in so langer Zeit nicht haben besser machen können. Nichts ist begreiflicher. Die Weisen ziehen sich aus Klugheit zurück, weil sie nicht Lust haben Wasser mit einem Sieb zu schöpfen. Die Virtuosen kriechen aus Unmut in ihre Schale, und träumen. Die Enthusiasten springen zwar mit dem ganzen Feuer ihres guten Willens mitten in die Welt hinein, stürzen alles zu Boden was ihnen im Weg ist, hauen und schwadronieren links und rechts um sich her, treffen Feinde und Freunde. Glück – wenn das Gute, das sie tun wollten, sich gegen den Schaden aufhebt, den sie wirklich tun. Nimmt man noch dazu, dass diese Besten – die denn am Ende doch selbst arme Erdenklöße sind so gut wie andre – ein so kleines Häuflein machten, daß sie auf einer allgemeinen Tagsatzung des menschlichen Geschlechts, mit einem Mehr von fünf hundert Stimmen gegen Eine, zur Welt hinaus votiert würden: so erhält die Sache vollends ihr unwiderstehliches Licht.

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