CHRISTOPH MARTIN WIELAND

LIKE CHILDREN

THEY GRASPED LITTLE OF THE FUTURE

AND THE NATURAL BUT

SLOW CONSEQUENCES

OF THE PRESENT.


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STILPON

V. 15. S. 91-92
nicht übersetzter Text


Ein schwacher Mensch hat nicht Verstand genug, Wahres und Falsches von einander zu unterscheiden, und dies ist, wo nicht die einzige, doch gewiss die erste und fruchtbarste Ursache alles des Bösen, was ich von ihm zu sagen gezwungen sein werde. Seine Seele schwebt je und allzeit in einer betrüglichen Dämmerung, wo ihm beinahe alle Dinge anders vorkommen als sie sind. Desto schlimmer für ihn, wenn er dem ungeachtet richtig zu sehen glaubt, denn desto unmöglicher wird es, ihm den Dunst von den Augen zu blasen. Für den Schwachkopf ist es unmöglich, daß er in irgend einem Falle Recht handle, wenn man nicht weiß was sich gebührt, nicht unterscheiden kann, was im gegebenen Fall Recht ist. Der schwache Mensch, der dies nicht kann, möchte gar zu gerne alles sein, was er sein sollte, aber die beschwerlichen Fragen, wer, was, wie, wo, wann, warum, womit? Fragen, die zum Unglück für den blöden Kopf immer wieder kommen – verderben ihm das Spiel. Denn entweder beantwortet er sich diese Fragen falsch, oder – kürzer davon zu kommen – er fragt gar nicht.

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